Über eine Million Menschen in Großbritannien haben Second Nature ausprobiert – das verhaltenspsychologisch fundierte Abnehmprogramm startete 2016 und wurde zeitweise vom britischen National Health Service (NHS) empfohlen. Doch was steckt wirklich dahinter, und taugt das Konzept auch für deutschsprachige Nutzerinnen und Nutzer? Im Second Nature Test 2026 habe ich Konto angelegt, das Programm vier Wochen lang im Alltag genutzt und Support, Preise sowie Datenschutz unter die Lupe genommen.
Second Nature positioniert sich zwischen reiner Diät-App und persönlichem Coaching: Es gibt einen festen 12-Wochen-Plan, tägliche Lektionen zu Ernährung und Verhalten sowie optionalen Zugang zu einer Ernährungsberaterin. Der Fokus liegt nicht auf striktem Kalorienzählen, sondern auf langfristiger Verhaltensänderung – Stichwort Jo-Jo-Effekt vermeiden.
Was dieser Second Nature Erfahrungsbericht zeigt: Das Programm hat echte Stärken, aber auch klare Grenzen – vor allem für den deutschsprachigen Markt. Alle Details, Preise und mein abschließendes Urteil findest du hier.

Was ist Second Nature und für wen ist es geeignet?
Second Nature ist ein digitales Abnehmprogramm aus Großbritannien, das auf Verhaltensänderung und Ernährungspsychologie setzt. Das Programm läuft über eine App und kombiniert strukturierte Lektionen zu Ernährung, Bewegung und Mindset mit optionaler Betreuung durch registrierte Ernährungsberaterinnen. Der Ansatz: kein starres Kalorienzählen, sondern verstehen, warum man isst – und nachhaltig umdenken.
Zielgruppe sind Erwachsene, die bereits mehrere Diäten hinter sich haben und endlich langfristig abnehmen wollen, ohne sich komplett einzuschränken. Das Programm ist englischsprachig – ein wichtiger Hinweis für alle, die kein Englisch auf B2-Niveau mitbringen.
- Menschen mit Wunsch nach strukturiertem, langfristigem Plan
- Englischsprachige oder zweisprachige Nutzer
- Alle, die Verhaltensänderung statt Crash-Diät wollen
- Wer nur Deutsch spricht oder liest
- Menschen mit sehr kleinem Budget
- Wer persönliche Betreuung auf Deutsch erwartet
Das Programm eignet sich am besten für Menschen, die bereits wissen, dass kurzfristige Diäten nicht funktionieren, und bereit sind, zwölf Wochen lang konsequent dabei zu bleiben. Wer hingegen schnelle Ergebnisse ohne Aufwand erwartet oder kein Englisch spricht, wird hier nicht glücklich.
Konzept & Ablauf im Test
Der Einstieg bei Second Nature ist schnell erledigt: Nach der Anmeldung beantwortest du einen ausführlichen Fragebogen zu Ernährungsgewohnheiten, Schlaf, Stresslevel und Abnehmzielen. Das dauert etwa zehn Minuten. Danach landet man direkt in der App – ein Willkommenspaket mit Rezeptideen, einem Einkaufsführer und dem ersten Lektions-Block wartet. Alles auf Englisch, versteht sich.
Die App liefert täglich kurze Lektionen (meist fünf bis acht Minuten Lesezeit) zu Themen wie Kaloriendefizit und Energiedichte, emotionalem Essen, Schlaf und Stressmanagement. Was mich dabei überrascht hat: Die Inhalte sind deutlich fundierter als bei vielen Konkurrenten. Statt pauschaler Ratschläge gibt es konkrete Verhaltensmuster-Analysen mit Referenzen auf Studien. Im Test konnte ich täglich ein Kapitel abhaken – das Tempo ist angenehm, nie überfordert.
Das Alleinstellungsmerkmal von Second Nature ist der verhaltenspsychologische Kern. Das Programm nutzt Ansätze aus der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT), um Ess-Trigger zu identifizieren und neue Routinen zu etablieren. Außerdem gibt es eine Community-Funktion: eine Gruppenbetreuung durch eine Ernährungsberaterin, in der Nutzer Fragen stellen und Erfahrungen teilen können. Im Premium-Tarif kommt direktes 1:1-Coaching hinzu.
Grenzen zeigt Second Nature bei der Individualisierung: Rezepte und Mahlzeitenvorschläge sind britisch geprägt – manche Zutaten bekommst du im deutschen Supermarkt schlicht nicht. Ein Barcode-Scanner zum Tracken eigener Mahlzeiten fehlt komplett. Wer minutiöses Tracking seiner Makronährstoffe erwartet, ist bei einer dedizierten Tracking-App besser aufgehoben.
Verhaltensänderung als Kern des Programms
Was Second Nature von reinen Diätplänen unterscheidet: Das Programm fragt nicht nur „Was esse ich?”, sondern „Warum esse ich das?” Konkret heißt das: Du führst ein Stimmungstagebuch, identifizierst deine persönlichen Ess-Trigger und entwickelst Gegenstrategien. In Woche drei des Tests habe ich gemerkt, dass ich abends aus Langeweile nasche – nicht aus Hunger. Das ist genau die Erkenntnis, auf die das Programm abzielt.
Second Nature im Test: Vor- und Nachteile
Nach vier Wochen aktivem Testen ist das Bild klar: Second Nature liefert inhaltlich mehr als viele Mitbewerber, hat aber strukturelle Schwächen, die für deutschsprachige Nutzer spürbar sind.
- Wissenschaftlicher Ansatz: Verhaltenspsychologie und KVT-Methoden, keine Pseudo-Diät-Versprechen.
- NHS-Verbindung: Wurde vom britischen Gesundheitsdienst empfohlen – starkes Qualitätssignal.
- Strukturierter Plan: 12-Wochen-Programm mit klarem Aufbau und täglichen Lektionen.
- Community: Gruppenbetreuung durch echte Ernährungsberaterinnen inklusive.
- Nur Englisch: App, Lektionen und Support komplett auf Englisch – kein Deutsch verfügbar.
- Kein Barcode-Scanner: Mahlzeiten-Tracking fehlt, Rezepte nicht auf deutschen Markt angepasst.
- Preis: Im Vergleich zu deutschen Abnehm-Apps relativ teuer, vor allem mit Coaching.
Was kostet Second Nature?
Second Nature bietet mehrere Tarifstufen an. Der günstigste Einstieg ist das reine App-Programm ohne persönliches Coaching, das bei umgerechnet etwa 10 Euro pro Monat liegt, wenn man ein Jahresabo abschließt. Mit 1:1-Ernährungsberatung steigt der Preis deutlich. Die Abrechnung erfolgt in britischen Pfund (GBP), was durch Wechselkursschwankungen leicht variieren kann.
Für die meisten deutschsprachigen Nutzer empfiehlt sich das Jahresabo im Core-Tarif – das bietet Zugang zum vollständigen 12-Wochen-Programm inklusive Gruppen-Coaching zum fairsten Preis. Wer intensivere Betreuung möchte, greift zum Plus-Tarif, muss dafür aber das Dreifache einkalkulieren. Wichtig: Die Preise sind in GBP angegeben; der Euro-Betrag kann je nach Wechselkurs leicht abweichen.
Zahlungsmethoden bei Second Nature:
- Kreditkarte: Visa und Mastercard werden akzeptiert.
- Apple Pay / Google Pay: Für mobile Zahlungen verfügbar.
- PayPal: Je nach Region verfügbar – im Test war PayPal aktiv.
Datenschutz, Qualität & Support
- Gesundheitsdaten & DSGVO: Second Nature ist ein britisches Unternehmen; nach dem Brexit gelten britische Datenschutzregeln (UK GDPR), die mit der EU-DSGVO vergleichbar, aber nicht identisch sind. Gesundheitsdaten werden auf Servern in Großbritannien verarbeitet – wer ausschließlich EU-Serverstandorte bevorzugt, sollte das berücksichtigen.
- Qualifikation der Coaches: Laut Anbieter sind alle Ernährungsberaterinnen registrierte Dietitians (RD) oder Registered Nutritionists (RNutr) nach britischem Standard – das entspricht in etwa einer staatlich anerkannten Ernährungsberatung.
- Kassenzertifizierung bzw. DiGA-Status: Second Nature ist weder als DiGA (Digitale Gesundheitsanwendung) zugelassen noch als Präventionskurs nach § 20 SGB V zertifiziert. Eine Kostenerstattung durch deutsche gesetzliche Krankenkassen ist daher nicht möglich.
- Support & Erreichbarkeit: Support läuft ausschließlich auf Englisch per E-Mail und In-App-Chat. Im Test antwortete der Support innerhalb von 24 Stunden – solide, aber kein Live-Chat. Telefonischer Support ist nicht verfügbar.
- Laufzeit & Kündigung: Das Jahresabo lässt sich über die App-Einstellungen kündigen; die Kündigung muss mindestens 30 Tage vor Verlängerung eingehen. Monatliche Tarife sind mit einer Frist von 30 Tagen kündbar. Eine Kündigung per App Store ist nicht möglich – sie muss direkt über die Second Nature Website erfolgen.
Insgesamt hinterlässt Second Nature beim Thema Datenschutz und Qualitätssicherung einen seriösen Eindruck. Die fehlende DiGA-Zulassung und der ausschließlich englischsprachige Support sind für den deutschen Markt jedoch echte Schwachpunkte, die du vor dem Kauf einkalkulieren solltest.
Second Nature Erfahrungen & Bewertungen
Die Second Nature Bewertungen im Netz sind überwiegend positiv, wobei sich ein klares Muster zeigt: Nutzer loben den inhaltlichen Ansatz und die Qualität der Lektionen, kritisieren aber Preis und fehlende Flexibilität. Ein Blick auf die wichtigsten Plattformen:
„Das Programm hat mir wirklich geholfen zu verstehen, warum ich abends so viel esse. Die täglichen Lektionen sind kurz, aber ich denke noch Stunden später darüber nach. Nach zwölf Wochen habe ich 7 Kilo abgenommen – und das ohne jede Crashdiät.”
Trustpilot-Nutzerin, Mai 2025
„Ich fand die App und die Inhalte wirklich gut, aber als Nicht-Muttersprachler war es manchmal anstrengend, alles auf Englisch zu lesen. Außerdem passen viele Rezepte nicht zu deutschen Supermärkten. Insgesamt trotzdem zufrieden, aber eine deutsche Version wäre ein Gamechanger.”
Google Play Nutzerbewertung, April 2025
„Der Preis ist für das, was man bekommt, zu hoch. Ich habe das Jahresabo gekauft und dann festgestellt, dass ich die meisten Infos auch in kostenlosen Podcasts finde. Die Betreuung in der Gruppe war okay, aber nicht wirklich individuell.”
Trustpilot-Nutzer, März 2025
Alternativen zu Second Nature
Second Nature ist gut, aber nicht für jeden die beste Wahl – besonders wenn du eine deutsche Oberfläche oder Kassenerstattung brauchst. Diese drei Alternativen aus demselben Themengebiet sind einen Blick wert:
- Noom: Ebenfalls verhaltenspsychologisch ausgerichtet, mit mehr Gamification-Elementen und inzwischen auch auf Deutsch verfügbar – ideal für alle, die Second Nature mögen, aber eine lokalisierte Version suchen.
- Oviva: Digitales Ernährungscoaching auf Deutsch mit echten Ernährungsberaterinnen, das von vielen gesetzlichen Krankenkassen als DiGA erstattet wird – die bessere Wahl für alle, die Kassenleistung nutzen möchten.
- WeightWatchers: Das bekannteste Abnehmprogramm mit starker Community, komplett auf Deutsch und mit bewährtem Punktesystem – für alle, die Struktur und soziale Unterstützung wollen, ohne auf Englisch umsteigen zu müssen.
Fazit: Lohnt sich Second Nature?
Mein klares Urteil nach vier Wochen Second Nature Test: Das Programm ist inhaltlich eines der stärksten auf dem Markt. Der verhaltenspsychologische Ansatz, die Qualität der Lektionen und die Verbindung zum britischen Gesundheitssystem machen Second Nature zu einem seriösen Abnehmprogramm, das weit über typische Diät-Apps hinausgeht. Ich habe in den vier Testwochen echte Erkenntnisse über mein Essverhalten gewonnen – und genau das ist der Anspruch des Programms.
Gleichzeitig muss ich ehrlich sein: Für deutschsprachige Nutzer gibt es erhebliche Hürden. Die komplett englische Oberfläche, britisch geprägte Rezepte und der fehlende Barcode-Scanner machen den Alltag unnötig komplizierter. Wer keine Kassenerstattung erwartet und gut Englisch spricht, bekommt hier ein exzellentes Programm. Wer eine deutsche Alternative mit DiGA-Status sucht, ist bei Oviva besser aufgehoben.
Fazit: Empfehlenswert für englischsprachige Nutzer mit Bereitschaft zu echter Verhaltensreflexion. Für den deutschsprachigen Markt nur zweite Wahl – nicht wegen der Qualität, sondern wegen der Sprache und fehlenden Lokalisierung.
Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangere, Stillende, Minderjährige sowie Menschen mit bestehenden oder früheren Essstörungen sollten vor dem Start eines Abnehmprogramms ärztlichen Rat einholen.
Häufig gestellte Fragen zu Second Nature
Second Nature kostet im Jahresabo (Core-Tarif) umgerechnet etwa 10 Euro pro Monat. Das Monatsabo liegt bei rund 20 Euro. Das Plus-Paket mit 1:1-Ernährungsberatung kostet im Jahresabo etwa 30 Euro pro Monat. Preise werden in britischen Pfund (GBP) abgerechnet und können leicht schwanken.
Nein. Second Nature ist weder als DiGA (Digitale Gesundheitsanwendung) zugelassen noch als Präventionskurs nach Paragraph 20 SGB V zertifiziert. Deutsche gesetzliche Krankenkassen erstatten die Kosten daher nicht. Du trägst die Ausgaben vollständig selbst.
Second Nature ist ein 12-Wochen-Programm, das über eine App läuft. Täglich erhältst du kurze Lektionen zu Ernährung, Verhalten und Mindset. Zusätzlich gibt es eine betreute Gruppe durch registrierte Ernährungsberaterinnen. Im Plus-Tarif kommt direktes 1:1-Coaching hinzu. Die gesamte App ist auf Englisch.
Second Nature selbst nennt als Richtwert eine Abnahme von etwa 0,5 bis 1 Kilo pro Woche bei konsequenter Umsetzung – was dem allgemein empfohlenen, gesunden Tempo entspricht. Garantierte Abnahmemengen gibt es nicht; individuelle Ergebnisse hängen von Ausgangssituation, Kaloriendefizit und Lebensstil ab.
Second Nature bietet gelegentlich eine kostenlose Testphase von 7 Tagen an, die jedoch automatisch in ein kostenpflichtiges Abo übergeht, wenn du nicht rechtzeitig kündigst. Schau beim Anmelden genau auf die aktuellen Konditionen, da das Angebot sich ändern kann.
Die Kündigung bei Second Nature erfolgt ausschließlich direkt über die Second Nature Website in den Kontoeinstellungen – eine Kündigung über den App Store ist nicht möglich. Die Frist beträgt mindestens 30 Tage vor dem nächsten Verlängerungsdatum. Nach der Kündigung hast du bis zum Ende der bezahlten Laufzeit weiter Zugang.

