Über 100 Millionen Menschen weltweit nutzen Kalorienzähler-Apps – doch kaum eine geht beim Tracking so tief wie Cronometer. Die App ist unter Ernährungsenthusiasten, Sportlern und Menschen mit speziellen Diätbedürfnissen seit Jahren ein Geheimtipp: Sie trackt nicht nur Kalorien, sondern über 80 Mikronährstoffe gleichzeitig. Im Cronometer Test 2026 habe ich die App mehrere Wochen lang täglich genutzt, die Preise durchgerechnet und die Datenbankqualität unter die Lupe genommen.
Cronometer gibt es seit 2005, zunächst als Desktop-Anwendung, seit 2012 auch als App. Die Zielgruppe: Menschen, die wirklich verstehen wollen, was sie essen – nicht nur in Gramm Fett und Kalorien, sondern bis hinunter zu Vitamin K2 und Mangan. Das klingt nerdiger als es ist. Im Alltag läuft das Tracking überraschend flüssig – wenn man weiß, wie es geht.
Dieser Testbericht zeigt, was Cronometer kann, was er kostet, wo er an Grenzen stößt – und für wen er sich wirklich lohnt.

Was ist Cronometer und für wen ist es geeignet?
Cronometer ist eine Ernährungs-Tracking-App mit Fokus auf Mikronährstoffe. Anders als MyFitnessPal oder YAZIO, die vor allem Kalorien und Makronährstoffe in den Vordergrund stellen, zeigt Cronometer den vollständigen Nährstoffstatus: Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, Fettsäuren – alles auf einen Blick. Daten kommen aus validierten Quellen wie dem USDA-Datensatz, was die Zuverlässigkeit deutlich über Nutzer-eingepflegte Datenbanken hebt.
Die App richtet sich an alle, die mehr als ein Kalorienprotokoll wollen: Menschen mit Mangelerscheinungen, Kraftsportler, die ihre Proteinzufuhr optimieren, und alle, die sich mit Grundumsatz, Makronährstoffen und Ernährungsqualität wirklich auseinandersetzen.
- Einsteiger, die ihr Essverhalten wirklich verstehen wollen
- Sportler mit erhöhtem Bedarf an Makronährstoffen und Aminosäuren
- Menschen, die Nährstoffmängel gezielt aufspüren wollen
- Wer schnelle, unkomplizierte Barcode-Scans ohne Datenpflege will
- Tracking-Muffel, denen Zahlen beim Essen unangenehm sind
- Nutzer, die eine vollständig eingedeutschte App erwarten
Cronometer ist kein Massenprodukt – es ist ein Präzisionswerkzeug. Wer bereit ist, sich ein paar Stunden einzuarbeiten, bekommt eines der ausgefeiltesten Ernährungs-Tracking-Systeme auf dem Markt. Für alle anderen kann die Lernkurve zu steil sein.
Funktionen & Bedienung im Test
Der Einstieg bei Cronometer ist ehrlich: Man legt einen Account an, gibt Größe, Gewicht, Ziel und Aktivitätslevel ein – und landet dann in einem Dashboard, das zunächst erschlägt. Links die Tagesübersicht, rechts die Nährstoffbalken, unten die Mahlzeiten. Kein buntes Onboarding, kein Schritt-für-Schritt-Tutorial. Das ist Absicht: Cronometer setzt auf Kontrolle statt Handführung. Wer aber einmal verstanden hat, wie die Logik funktioniert, findet sich schnell zurecht.
Das Herzstück ist die Lebensmitteldatenbank mit über einer Million Einträgen – darunter der validierte USDA-Datensatz, Branded Food Daten und eine wachsende Community-Datenbank. Im Test habe ich rund 150 Lebensmittel geloggt, vom Haferflocken-Frühstück bis zum Restaurantgericht. Ergebnis: Für Grundnahrungsmittel und verarbeitete Produkte aus dem englischsprachigen Raum ist die Datenbank hervorragend. Bei deutschen Markenartikeln – Alpenmilch, Werder-Ketchup, Harzer Käse – wurde es dünn. Entweder fehlen die Einträge, oder die Nährwerte stammen aus der Community und sind teils unvollständig. Der Barcode-Scanner hilft, aber er erkennt nicht alle deutschen EAN-Codes.
Was Cronometer von allen anderen abhebt: das Mikronährstoff-Tracking. Wer täglich loggt, sieht nach wenigen Tagen sofort, ob er chronisch zu wenig Magnesium, Vitamin D oder Omega-3 bekommt. Das ist klinisch wertvoll – und erklärt, warum Ernährungsberater und Sportmediziner die App empfehlen. Zusätzlich lassen sich Biomarker eintragen (Blutwerte, Körpermaße), Biometric-Daten synchronisieren und individuelle Ziele für jedes Nährstoff setzen. Die Gold-Version schaltet außerdem Rezept-Import per URL, erweiterte Charts und die Möglichkeit frei, die Tages-Ziele detailliert anzupassen.
Die Bedienung ist funktional, aber nicht modern: Das Interface wirkt verglichen mit Yazio oder MyFitnessPal etwas technisch, die Schriftgrößen sind klein, die Navigation nicht immer intuitiv. Auf dem iPad läuft die App deutlich angenehmer als auf einem Smartphone-Display. Wer auf eine schicke, motivierende UI setzt, wird hier nicht glücklich. Wer Daten will, schon.
Intervallfasten und Ziele individuell einrichten
Cronometer unterstützt Intervallfasten (16:8 und andere Fenster), allerdings ohne die animierten Fastenuhren, die Apps wie Fastic oder Simple App bieten. Das Fastenfenster lässt sich manuell einstellen; Mahlzeiten außerhalb des Fensters werden farblich markiert. Für Fortgeschrittene bietet die Gold-Version zudem dynamische Kalorienziele, die sich anhand des tatsächlichen Aktivitätslevels täglich anpassen.
Cronometer im Test: Vor- und Nachteile
Nach mehreren Wochen täglichem Einsatz ist das Bild klar: Cronometer ist ausgezeichnet in dem, was es am besten kann – und hat spürbare Schwächen, die man kennen sollte.
- Mikronährstoffe: Über 80 Nährstoffe werden gleichzeitig getrackt, einzigartig in dieser Tiefe.
- Datenbankqualität: USDA-validierte Daten sorgen für deutlich mehr Genauigkeit als Community-Datenbanken.
- Gratis-Grundfunktion: Vollständiges Nährstofftracking kostenlos nutzbar, ohne verstecktes Paywall-Erlebnis.
- Exportfunktion: Daten lassen sich als CSV exportieren – praktisch für Arzt- und Beratungsgespräche.
- Deutsche Datenbank: Viele deutsche Markenprodukte fehlen oder haben lückenhafte Nährwertangaben.
- Lernkurve: Das Interface ist komplex; Einsteiger brauchen Zeit, um alle Funktionen zu verstehen.
- Kein Deutsch: Die App ist ausschließlich auf Englisch verfügbar, was für manche Nutzer eine echte Hürde ist.
Was kostet Cronometer?
Cronometer gibt es in einer kostenlosen Basis-Version und in der kostenpflichtigen Gold-Version. Der günstigste Einstieg ins Premium ist das Jahresabo für umgerechnet rund 5,83 €/Monat – wer nur kurz testen will, zahlt 9,99 €/Monat im Monatsabo. Für Ernährungsprofis gibt es außerdem eine Practitioner-Variante mit Multi-Client-Verwaltung.
Für die meisten Nutzer ist das Jahresabo die sinnvollste Wahl: knapp 6 Euro im Monat für das vollständige Feature-Set ist im direkten Vergleich mit anderen Tracking-Apps fair. Die kostenlose Version ist dabei keine Demo – wer hauptsächlich tracken will, kommt mit Free gut zurecht. Gold lohnt sich vor allem, wenn du erweiterte Charts, den Rezept-Import oder die Synchronisation mit Fitness-Wearables brauchst.
- Kreditkarte: Visa, Mastercard, American Express
- PayPal: verfügbar bei Direktbuchung auf cronometer.com
- App Store: Apple In-App Purchase (iOS) oder Google Play Billing (Android)
Datenschutz, Qualität & Support
- Gesundheitsdaten & Serverstandort: Cronometer wird von einem kanadischen Unternehmen betrieben; Server stehen in Kanada und den USA. Gesundheitsdaten werden nach eigener Datenschutzerklärung nicht an Dritte verkauft, der Serverstandort außerhalb der EU bedeutet aber, dass die DSGVO nur eingeschränkt greift.
- Datenweitergabe & Werbe-Tracking: Cronometer gibt an, keine personenbezogenen Gesundheitsdaten zu Werbezwecken weiterzugeben. Die kostenlose App-Version zeigt Werbeanzeigen; im Gold-Abo entfallen diese vollständig.
- Konto- und Datenlöschung: Das Konto kann in den Einstellungen unter „Account” vollständig gelöscht werden; alle gespeicherten Daten werden laut Datenschutzerklärung innerhalb von 30 Tagen entfernt.
- Support-Kanäle & Sprache: Support läuft ausschließlich auf Englisch via E-Mail und einem öffentlichen Community-Forum; Antwortzeiten lagen im Test bei ein bis zwei Werktagen. Einen Live-Chat gibt es nicht.
- Abo-Verwaltung & Kündigung: App-Store-Abos müssen dort gekündigt werden, Website-Abos direkt auf cronometer.com unter „Account Settings”. Eine Kündigung über den falschen Kanal stoppt die Verlängerung nicht – ein häufiger Fehler, auf den Nutzerbewertungen immer wieder hinweisen.
Insgesamt ist Cronometer beim Datenschutz solide, aber nicht makellos. Der Serverstandort außerhalb der EU und der ausschließlich englischsprachige Support sind für deutschsprachige Nutzer klare Abzüge. Wer mit Gesundheitsdaten besonders vorsichtig ist, sollte die Datenschutzerklärung genau lesen, bevor er Biomarker oder Blutwerte einpflegt.
Cronometer Erfahrungen & Bewertungen
Cronometer zählt zu den am besten bewerteten Tracking-Apps überhaupt – und das durchgängig auf mehreren Plattformen. Kritik gibt es vor allem an der Sprachbarriere und gelegentlichen Sync-Problemen mit Wearables.
„Die einzige App, die wirklich alle Mikronährstoffe zeigt. Ich habe nach zwei Wochen gemerkt, dass ich chronisch zu wenig Magnesium und Vitamin B12 gegessen habe – das hat mir kein Arzt so klar gesagt.”
Nutzerstimme aus dem Apple App Store, Mai 2025
„Tolle App, aber die fehlenden deutschen Produkte nerven gewaltig. Ich muss bei jedem zweiten Lebensmittel manuell die Nährwerte eingeben. Das kostet Zeit und Nerven – besonders am Anfang.”
Nutzerstimme aus dem Google Play Store, April 2025
„Das Interface sieht aus wie 2015. Funktioniert gut, keine Frage. Aber im Vergleich zu Yazio fühlt sich Cronometer wie ein Excel-Sheet an. Ich bin wieder gewechselt.”
Nutzerstimme aus Trustpilot, März 2025
Alternativen zu Cronometer
Cronometer ist stark, aber nicht für jeden das Richtige. Diese drei Alternativen aus demselben Themengebiet lohnen den Vergleich:
- MyFitnessPal: Die größte Lebensmitteldatenbank weltweit – besser für alle, die vor allem schnelles, reibungsloses Kalorientracking mit großer deutschen Produktauswahl wollen.
- Yazio: Modernes Design, vollständig auf Deutsch, gute Gratis-Version – die bessere Wahl für Einsteiger, die eine intuitive App ohne steile Lernkurve suchen.
- FDDB: Die stärkste Datenbank für deutschsprachige Lebensmittel und Markenprodukte – ideal für alle, die hauptsächlich mit deutschen Produkten kochen und tracken.
Fazit: Lohnt sich Cronometer?
Ja – aber nicht für jeden. Ich habe in meinem Test selten eine App erlebt, die so konsequent auf Datenqualität setzt. Das Mikronährstoff-Tracking ist in dieser Tiefe einzigartig und hat mir persönlich gezeigt, dass ich jahrelang bei Magnesium und Omega-3 konstant unter meinem Bedarf lag. Das ist ein echter Mehrwert, den kein anderer Kalorienzähler so klar liefert.
Cronometer lohnt sich vor allem für alle, die ernsthaft wissen wollen, was in ihrer Ernährung steckt: Sportler, Menschen mit Nährstoffmängeln, Veganer und Vegetarier, die auf Versorgung achten müssen. Wer dagegen einfach nur abnehmen will und schnelle Barcode-Scans mit deutschen Produkten braucht, ist bei Yazio oder FDDB besser aufgehoben. Und wer kein Englisch mag oder eine schicke App erwartet, wird sich mit Cronometer nicht anfreunden.
Die Gratis-Version ist dabei ein echtes Argument: Cronometer einmal ausprobieren kostet nichts. Wenn du nach zwei Wochen merkst, dass du regelmäßig trackst und von den Mikronährstoff-Daten profitierst, ist das Jahresabo für ca. 5,83 €/Monat gut investiertes Geld.
Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangere, Stillende, Minderjährige und Menschen mit früheren oder bestehenden Essstörungen sollten vor dem Start einer Diät oder einer veränderten Ernährungsweise ärztlichen Rat einholen.
Häufig gestellte Fragen zu Cronometer
Cronometer ist in einer dauerhaft kostenlosen Version verfügbar. Die Gold-Version kostet 9,99 Euro pro Monat im Monatsabo oder rund 5,83 Euro pro Monat im Jahresabo (ca. 69,99 Euro/Jahr). Das Jahresabo verlängert sich automatisch, wenn es nicht rechtzeitig gekündigt wird.
Ja. Die Gratis-Version von Cronometer bietet vollständiges Nährstofftracking mit über 80 Mikronährstoffen, Barcode-Scanner und Lebensmitteldatenbank – ohne Zeitlimit. Sie zeigt Werbeanzeigen und hat keinen Rezept-Import per URL; das schaltet erst Gold frei.
Cronometer eignet sich besonders für Sportler, Veganer, Menschen mit Nährstoffmängeln und alle, die ihre Ernährung auf Mikronährstoffebene verstehen wollen. Wer hauptsächlich Kalorien zählen oder einfach abnehmen möchte und keine Lust auf eine komplexe Oberfläche hat, ist mit anderen Apps besser bedient.
Für internationale und US-amerikanische Produkte ist die Datenbank sehr zuverlässig, da sie auf dem validierten USDA-Datensatz basiert. Bei deutschen Markenprodukten gibt es hingegen Lücken: Viele Artikel fehlen oder haben unvollständige Mikronährstoffangaben aus der Community-Datenbank.
Cronometer wird von einem kanadischen Unternehmen betrieben; die Server stehen in Kanada und den USA, nicht in der EU. Gesundheitsdaten werden laut Datenschutzerklärung nicht an Dritte verkauft. Wer sensible Biomarker einpflegt, sollte die Datenschutzerklärung vorab sorgfältig lesen.
Abos, die über den Apple App Store oder Google Play abgeschlossen wurden, müssen dort gekündigt werden – mindestens 24 Stunden vor dem nächsten Abrechnungsdatum. Abos, die direkt auf cronometer.com gebucht wurden, lassen sich im Account unter Account Settings kündigen. Eine Kündigung auf dem falschen Weg stoppt die Verlängerung nicht.

