Über 50 Millionen Menschen weltweit nutzen Kalorienzähl-Apps – und MyNetDiary ist seit 2008 eine der ältesten und meistgelobten im Markt. Die App aus den USA verspricht eine der größten Lebensmitteldatenbanken überhaupt, sauberes Interface und echte Diabetiker-Funktionen. Klingt gut. Aber hält sie, was sie verspricht, und lohnt sich das Premium-Abo? Ich habe ein Konto angelegt, vier Wochen getrackt, die Datenbank gestresst und den Support kontaktiert – hier ist das ehrliche Ergebnis des MyNetDiary Tests 2026.
MyNetDiary ist eine Kalorienzähl- und Ernährungs-Tracking-App für iOS und Android, die zusätzlich als Web-App läuft. Zielgruppe: Menschen, die ihr Essverhalten verstehen wollen, Gewicht kontrollieren oder ihren Blutzucker im Blick behalten – letzteres über eine separate Diabetes-App. Die App gibt es in einer kostenlosen Basisversion und als kostenpflichtiges Premium-Abo.
Der MyNetDiary Test zeigt: Die App ist technisch solide und vor allem für ernsthafte Tracker attraktiv. Wer jedoch hauptsächlich europäische Lebensmittel isst oder auf Deutsch kommunizieren will, stößt an Grenzen. Was gut funktioniert, wo die App schwächelt und für wen sich das Abo wirklich lohnt – das klärst du hier.

Was ist MyNetDiary und für wen ist es geeignet?
MyNetDiary ist ein digitaler Kalorienzähler mit Fokus auf Präzision. Du loggst Mahlzeiten per Barcode-Scanner, Texteingabe oder Sprachbefehl, bekommst sofortiges Feedback zu Kaloriendefizit und Makronährstoffen und kannst Gewicht, Wasseraufnahme sowie Sport tracken. Besonderheit gegenüber vielen Konkurrenten: Die App bietet auch eine eigene Diabetiker-Version mit Blutzucker-Logging und Insulintracking an.
Das Grundprinzip ist klassisches Kalorienzählen – kein integriertes Coaching, kein Wochenprogramm, keine Live-Betreuung. Wer einen Ernährungsberater oder ein geführtes Programm sucht, ist hier falsch. Wer dagegen Daten liebt und selbst die Kontrolle behalten will, findet eine der ausgereiftesten Tracking-Apps am Markt.
- Einsteiger, die ihr Essverhalten endlich verstehen wollen
- Menschen, die präzises Makronährstoff-Tracking suchen
- Diabetiker mit Bedarf an integriertem Blutzucker-Logging
- Wer persönliche Betreuung oder Coaching erwartet
- Tracking-Muffel ohne Lust auf tägliche Datenpflege
- Menschen, die ein Zahlenfokus beim Essen belastet
Für wen lohnt sich MyNetDiary also? Kurz gesagt: für alle, die Selbstverantwortung und Datenkontrolle einer geführten Hand vorziehen. Das Profil deckt sich stark mit MyFitnessPal-Nutzern, die eine sauberere Datenbank und weniger Werbung wollen. Wer hingegen ein komplettes Abnehmcoaching sucht, schaut sich besser bei Noom oder Weight Watchers um.
Funktionen & Bedienung im Test
Konto anlegen dauert unter zwei Minuten: E-Mail, Zielgewicht, Aktivitätslevel, fertig. MyNetDiary berechnet daraus automatisch den Grundumsatz (nach Harris-Benedict) und schlägt ein Kaloriendefizit vor – standardmäßig 500 kcal unter dem täglichen Bedarf, was einem realistischen Abnahmetempo von etwa 0,5 kg pro Woche entspricht. Das Ziel lässt sich jederzeit anpassen.
Das Herzstück ist die Lebensmitteldatenbank mit über 1,3 Millionen Einträgen. Im Test habe ich 47 verschiedene Produkte gescannt – darunter deutsche Discounter-Artikel, Markenprodukte und Eigenmarken. Trefferquote beim Barcode-Scanner: gut 80 Prozent. Was nicht gefunden wird, lässt sich manuell eingeben oder über die Nutzer-Community ergänzen. Schwachpunkt: Die Qualität der Nutzereinträge schwankt stark, gerade bei deutschen Eigenmarken fehlen oft genaue Nährwerte. Wer auf präzises Makronährstoff-Tracking Wert legt, sollte Einträge gegenchecken.
Die Premium-Version fügt Mikronährstoff-Analysen, unbegrenzte Rezepte, Nährstofftrends über die Zeit und detaillierte Berichte hinzu. Besonders praktisch: der wöchentliche E-Mail-Bericht mit Zusammenfassung – ich hab damit auf einen Blick gesehen, an welchen Tagen mein Kaloriendefizit am größten war und wo ich bei Eiweißaufnahme oder Ballaststoffen gepatzt habe. Das Intervallfasten-Feature (16:8 und andere) ist in der Premium-Version ebenfalls inklusive.
Bedienungstechnisch ist MyNetDiary ordentlich, aber nicht begeisternd. Die App wirkt etwas altbacken im Vergleich zu Konkurrenten wie Yazio. Navigation ist logisch, Ladezeiten kurz – aber das Design hat seit Jahren kaum Updates bekommen. Positiv: Die Web-App funktioniert einwandfrei, was für Desktop-Nutzer ein echter Vorteil gegenüber vielen reinen Smartphone-Apps ist.
Diabetiker-Funktion: echter Mehrwert
MyNetDiary bietet mit „MyNetDiary Diabetes” eine eigenständige App, die Blutzuckerwerte, Insulindosen und Mahlzeiten zusammenführt. Das ist ein klares Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zu Yazio oder MyFitnessPal. Für Menschen mit Typ-2-Diabetes oder Prädiabetes, die ihr Gewicht und ihren Blutzucker gleichzeitig im Blick behalten wollen, ist das eine ernstzunehmende Option – allerdings kein Ersatz für ärztliche Begleitung.
MyNetDiary im Test: Vor- und Nachteile
Nach vier Wochen intensiver Nutzung – täglich alle Mahlzeiten geloggt, Barcode-Scanner ausgereizt, Support zweimal kontaktiert – ergibt sich ein klares Bild: MyNetDiary ist eine verlässliche, datenstarke App mit einem spürbaren Schwachpunkt bei der Gratis-Version und einem etwas angestaubten Design.
- Riesige Datenbank: Über 1,3 Millionen Lebensmittel, Barcode-Scanner mit hoher Trefferquote.
- Web-App inklusive: Tracking auch am PC möglich, kein reines Smartphone-Tool.
- Diabetes-Integration: Einzige Kalorienzähl-App mit eigenständiger Diabetiker-Version.
- Detaillierte Berichte: Wöchentliche E-Mail-Zusammenfassung und Mikronährstoff-Trends in Premium.
- Gratis-Version schwach: Ohne Premium fehlen Mikronährstoffe, Trends und Rezept-Analyse – der freie Umfang ist sehr knapp.
- Design veraltet: UI wirkt im Vergleich zu Yazio oder Lifesum wenig modern, kaum Designupdates seit Jahren.
- Nur Englisch: App-Interface und Support komplett auf Englisch – für viele deutschsprachige Nutzer ein echter Nachteil.
Was kostet MyNetDiary?
MyNetDiary ist in einer kostenlosen Basisversion verfügbar. Wer Makronährstoffe detailliert analysieren, Mikronährstoffe tracken oder Rezepte speichern will, braucht Premium. Das Jahresabo kostet rund 40 USD (ca. 3,33 USD pro Monat), das Monatsabo liegt bei ca. 8,99 USD. Eine Diabetiker-Premium-Version ist separat erhältlich. Die Preise können im App Store leicht vom Website-Preis abweichen.
Das Jahresabo ist klar die beste Wahl, wenn du MyNetDiary länger als zwei Monate nutzen willst. Das Monatsabo ist fast dreimal so teuer pro Monat – sinnvoll nur, wenn du die App erst ausprobieren willst, nachdem das Probeabo abgelaufen ist. Im Vergleich zu Yazio (Premium ab ca. 2,49 €/Monat im Jahresabo) liegt MyNetDiary leicht darüber, bietet dafür aber die Diabetiker-Funktion und die Web-App ohne Aufpreis.
- Kreditkarte: Visa, Mastercard, American Express
- PayPal: verfügbar bei Direktkauf über die Website
- App Store / Google Play: Abrechnung über den jeweiligen Store-Account
Datenschutz, Qualität & Support
- Gesundheitsdaten & Serverstandort: MyNetDiary verarbeitet Gesundheitsdaten (Gewicht, Kalorienaufnahme, Blutzucker) auf US-amerikanischen Servern. Für EU-Nutzer gilt die DSGVO eingeschränkt; ein EU-Datenschutzbeauftragter ist nicht explizit ausgewiesen. Wer sensible Gesundheitsdaten nur auf EU-Servern ablegen will, sollte das beachten.
- Datenweitergabe & Werbe-Tracking: Laut Datenschutzerklärung werden keine persönlichen Daten für Werbezwecke an Dritte verkauft. In der Gratis-Version sind jedoch Analysetools von Drittanbietern aktiv. Premium-Nutzer haben weniger Tracking.
- Konto- und Datenlöschung: Kontolöschung ist über die App-Einstellungen möglich; alle gespeicherten Gesundheitsdaten werden dabei auf Anfrage gelöscht. Der Prozess ist in der App klar beschrieben.
- Support-Kanäle & Sprache: Support ausschließlich auf Englisch – per E-Mail und über ein Hilfe-Center. Chat-Support ist nicht verfügbar. Im Test antwortete der Support innerhalb von 24 Stunden mit einer sachlichen, hilfreichen Antwort.
- Abo-Verwaltung & Kündigung: Über die Website gebuchte Abos können dort direkt gekündigt werden. Über App Store oder Google Play gebuchte Abos müssen im jeweiligen Store verwaltet werden – nicht über MyNetDiary selbst. Das ist ein häufiger Stolperstein.
Unterm Strich ist MyNetDiary im Datenschutzbereich solide, aber nicht vorbildlich: Der US-Server-Standort und der englischsprachige Support sind für europäische Nutzer echte Einschränkungen. Wer Wert auf maximale DSGVO-Konformität legt, sollte europäische Alternativen wie Yazio oder FDDB in Betracht ziehen.
MyNetDiary Erfahrungen & Bewertungen
Die MyNetDiary Bewertungen in den App-Stores sind überdurchschnittlich positiv – im iOS App Store hält die App eine Bewertung von 4,7/5, auf Google Play liegt sie bei 4,5/5. Die Nutzer loben vor allem die Datenbank-Größe und die Zuverlässigkeit. Kritik gibt es vor allem an der Gratis-Version und an der fehlenden deutschen Lokalisierung.
„Ich nutze MyNetDiary seit über zwei Jahren und habe damit meine Ernährung komplett umgestellt. Die Datenbank ist unschlagbar groß, und die wöchentlichen Berichte zeigen mir genau, wo ich Schwächen habe. Einziges Manko: Alles ist auf Englisch.”
Nutzerin auf dem Apple App Store, 5 Sterne, Mai 2025
„Gut für den Einstieg, aber die Gratis-Version ist wirklich sehr begrenzt. Man kommt schnell an die Grenzen und wird zum Upgrade gedrängt. Das Premium-Abo lohnt sich dann aber schon – wenn man die App auf Englisch bedienen kann.”
Nutzer auf Google Play, 3 Sterne, April 2025
„Der Barcode-Scanner funktioniert für internationale Produkte super, aber bei deutschen Discounter-Eigenmarken fehlen oft die genauen Nährwerte. Für US-Produkte ist die App eindeutig besser geeignet als für den deutschen Alltag.”
Nutzerin auf Google Play, 3 Sterne, März 2025
Alternativen zu MyNetDiary
MyNetDiary ist gut – aber nicht für jeden die erste Wahl. Diese drei Alternativen aus demselben Bereich sind je nach Bedarf einen Blick wert:
- Yazio: Die deutschsprachige Alternative mit ähnlicher Datenbankgröße, besserem Design und aktiver Community – ideal für alle, die auf Deutsch tracken wollen.
- FDDB: Die älteste deutsche Kalorientrackerseite mit starker Community-Datenbank für heimische Produkte – besser geeignet für Menschen, die hauptsächlich deutsche Lebensmittel essen.
- Cronometer: Für Mikronährstoff-Nerds die bessere Wahl – Cronometer liefert noch detailliertere Vitaminanalysen und ist bei verifizierten Lebensmitteldaten besonders stark.
Fazit: Lohnt sich MyNetDiary?
Ich ziehe nach vier Wochen MyNetDiary Test ein klares, differenziertes Urteil: Die App leistet das, was sie verspricht – präzises, datenbasiertes Ernährungstracking mit einer der größten Lebensmitteldatenbanken auf dem Markt. Wer ernsthaft Kalorien und Makronährstoffe zählen will und kein Problem mit einer englischen Oberfläche hat, bekommt hier ein verlässliches Werkzeug. Das Jahresabo für rund 40 USD ist fair kalkuliert.
Aber: Die Gratis-Version ist zu karg, das Design hat seinen Zenit überschritten, und für deutschsprachige Nutzer mit vielen heimischen Produkten ist die Datenbank-Qualität bei Eigenmarken ein echtes Ärgernis. Wer auf Deutsch tracken will oder ein modernes UI erwartet, greift besser zu Yazio. Wer detailliertes Mikronährstoff-Tracking will und mit Englisch klar kommt, findet in Cronometer eine würdige Alternative.
MyNetDiary ist keine Wunderlösung fürs Abnehmen – das gibt es nicht. Aber es ist ein solides, datenstarkes Tracking-Tool für Menschen, die Eigenverantwortung leben und verstehen wollen, was sie wirklich essen. Für Diabetiker ist die Kombination mit der Diabetes-App ein echter Mehrwert, den kein direkter Konkurrent bietet.
Menschen mit Vorerkrankungen, Schwangere, Stillende, Minderjährige sowie Menschen mit bestehenden oder früheren Essstörungen sollten vor einer Diät oder dem Einsatz einer Kalorienzähl-App ärztlichen Rat einholen.
Häufig gestellte Fragen zu MyNetDiary
MyNetDiary ist kostenlos nutzbar. Das Premium-Jahresabo kostet ca. 40 USD (rund 3,33 USD pro Monat), das Monatsabo liegt bei ca. 8,99 USD. Die Preise können je nach App Store und Region leicht abweichen. Das Jahresabo ist die günstigste Option für Dauernnutzer.
Ja, MyNetDiary bietet eine dauerhafte Gratis-Version mit Basis-Kalorientracking und Barcode-Scanner. Mikronährstoff-Analysen, detaillierte Berichte, Intervallfasten-Tracking und unbegrenzte Rezepte sind jedoch nur in der bezahlten Premium-Version verfügbar. Die kostenlose Version ist für den Einstieg nutzbar, aber deutlich eingeschränkt.
MyNetDiary eignet sich besonders für Menschen, die ihr Essverhalten präzise tracken wollen, Makronährstoffe im Blick behalten möchten oder als Diabetiker Blutzucker und Mahlzeiten kombiniert aufzeichnen wollen. Wer persönliches Coaching sucht oder hauptsächlich deutsche Lebensmittelmarken trackt, ist mit anderen Apps besser bedient.
Die Datenbank umfasst über 1,3 Millionen Einträge und ist bei internationalen und US-amerikanischen Produkten sehr stark. Bei deutschen Discounter-Eigenmarken schwankt die Qualität der Nutzereinträge. Wer auf präzise Makronährstoff-Werte angewiesen ist, sollte einzelne Einträge mit der Verpackung abgleichen.
MyNetDiary speichert Gesundheitsdaten auf US-amerikanischen Servern. Laut Datenschutzerklärung werden keine persönlichen Daten für Werbezwecke an Dritte verkauft. Für EU-Nutzer gilt die DSGVO eingeschränkt. Wer maximale DSGVO-Konformität benötigt, sollte europäische Alternativen wie Yazio oder FDDB in Betracht ziehen.
Hast du das Abo über die MyNetDiary-Website gebucht, kannst du es dort in deinen Kontoeinstellungen kündigen. Abos über den Apple App Store oder Google Play müssen direkt im jeweiligen Store verwaltet und gekündigt werden – nicht über die App selbst. Kündige mindestens 24 Stunden vor Verlängerungsdatum.

